Drei Rollen: Erklärer, Ratende und Wächter
- Der Erklärer ist im Team, das am Zug ist, der Einzige, der die Karte sieht: oben den Begriff, den sein Team erraten soll, darunter die fünf verbotenen Wörter. Die Rolle wechselt innerhalb des Teams, sodass früher oder später alle einmal dran sind.
- Die Ratenden sind seine Teamkollegen: Sie sehen nichts, hören zu und rufen so viele Antworten, wie sie wollen.
- Der Wächter kommt aus dem gegnerischen Team, liest die Karte mit und stoppt den Erklärer, sobald ihm ein verbotenes Wort herausrutscht. Er vergibt keine Punkte, er passt nur auf.
Alle übrigen aus dem gegnerischen Team hören schweigend zu. Ein praktischer Tipp: Erklärt die drei Rollen vor dem ersten Zug, den Rest lernt ihr beim Spielen. Weitere Kniffe, wie man ein neues Spiel vorstellt, findet ihr unter Spielregeln in zwei Minuten erklären. Wer ein ähnliches Spiel nach Art von Tabu kennt, ist nach einer Karte drin.
Teams, Timer und Kartenpaket: die Vorbereitung
Auf einem einzelnen Handy tragt ihr die Namen ein und stellt die Partie ein:
- Anzahl der Teams: von 1 bis 4. Mit einem einzigen Team spielt ihr kooperativ, mit zwei oder mehr gegeneinander. Jedes Team braucht mindestens 2 Personen.
- Die Teams entstehen „Automatisch“ (die App mischt und verteilt) oder von Hand, indem ihr auf die Namen tippt und sie verschiebt. Die Teamnamen lassen sich ändern.
- Die Dauer eines Zuges beträgt 30, 45, 60 oder 90 Sekunden; voreingestellt sind 60.
- Das Ende der Partie legt ihr entweder über eine feste Zahl von Runden fest, mit 1 bis 10 Zügen pro Team, oder über ein Punkteziel zwischen 5 und 60.
- Paket: Das voreingestellte Paket „Gemischt“ zieht Karten aus allen Themen (Essen, Sport, Film und Fernsehen, Tiere, Zuhause, Orte, Musik, Reisen, Technik, Alltag). Alternativ spielt ihr mit einer eigenen Wortliste, also mit selbst geschriebenen Karten: jeweils ein Begriff und fünf verbotene Wörter.
Der erste Erklärer wird ausgelost, ihr müsst also nicht diskutieren, wer anfängt.
Was während eines Zuges passiert
Der Zug beginnt mit „Los!“, und ab dann versucht das Team, so viele Karten wie möglich zu erraten, bevor die Zeit abläuft. Jede Karte endet auf genau eine von drei Arten:
- Erraten: Jemand aus dem Team nennt genau den gesuchten Begriff. Das Team bekommt 1 Punkt, und sofort erscheint die nächste Karte.
- Verboten: Der Erklärer hat eines der verbotenen Wörter gesagt. Die Karte ist verloren und bringt 0 Punkte, abgezogen wird aber nichts.
- Überspringen: Die Karte ist zu schwer, also geht es weiter. Das bringt 0 Punkte, und die Zahl der übersprungenen Karten ist nicht begrenzt: Der einzige Preis ist die Zeit.
Läuft die Zeit ab, zählt die halb erklärte Karte nicht. Die App zeigt die Zusammenfassung des Zuges (erraten, verboten, übersprungen) und den aktuellen Spielstand, dann ist das nächste Team mit einem neuen Erklärer an der Reihe.
Wann die Partie endet
Spielt ihr nach Runden, endet die Partie, wenn alle Teams ihre vorgesehenen Züge gespielt haben. Spielt ihr auf ein Punkteziel, ist Schluss, sobald ein Team das Ziel erreicht, allerdings erst am Ende der laufenden Runde: So haben alle Teams gleich viele Züge. Es gewinnt das Team mit den meisten Punkten; bei Gleichstand an der Spitze erklärt die App ein Unentschieden.
Sechzig Sekunden mit den Eulen, Karte für Karte
Die Eulen (Jonas, Sophie und Lena) treten gegen die Füchse an (Felix, Emma und Paul). Jonas erklärt; Felix von den Füchsen setzt sich neben ihn und ist der Wächter. Es geht los. Die Karten sind für das Beispiel erfunden.
- Bratwurst (verboten: Grill, Senf, Brötchen, Fleisch, Würstchen). Jonas: „Gibt’s an jeder Imbissbude und im Stadion, Thüringen ist stolz darauf.“ Sophie: „Bratwurst!“ Erraten, 1 Punkt.
- Regenschirm (verboten: Regen, aufspannen, nass, Griff, Schutz). Jonas beginnt mit „Wenn du ihn aufspannst …“, und Felix stoppt ihn: „aufspannst“ ist eine Form von „aufspannen“. Verboten, Karte verloren.
- Giraffe (verboten: Hals, groß, Flecken, Savanne, Afrika). „Ein Tier mit Streifen? Nein, mit Tupfen … frisst die Blätter ganz oben in den Bäumen.“ Lena: „Giraffe!“ 2 Punkte.
- Passwort. Jonas hängt ein paar Sekunden fest und überspringt lieber: 0 Punkte, keine Strafe.
- Bibliothek (verboten: Bücher, leise, lesen, Regal, ausleihen). „Da gehst du mit einem Ausweis hin, nimmst einen Roman mit und bringst ihn später zurück.“ Sophie versucht es mit „Buchhandlung?“, Jonas schüttelt den Kopf: „Kostenlos!“ „Bibliothek!“ 3 Punkte.
Die Zeit läuft ab, während Jonas die sechste Karte beschreibt, die nicht mehr zählt. Bilanz: 3 erraten, 1 verboten, 1 übersprungen, 3 Punkte für die Eulen. Jetzt sind die Füchse dran, und der Wächter kommt von den Eulen.
Ein Handy, das herumgeht, oder ein Raum mit getrennten Rollen
Mit einem einzigen Handy kündigt die App vor jedem Zug das Team und den Erklärer an, dem ihr das Handy gebt, und erinnert daran, dass jemand aus dem gegnerischen Team auf den Bildschirm schauen muss. Dasselbe Handy hält auch fest, wie jede Karte ausgeht: erraten, verboten oder übersprungen. Im kooperativen Spiel gibt es keinen Wächter, und der Erklärer kontrolliert sich auf Vertrauensbasis selbst.
In einem Raum nutzt jede Person ihr eigenes Gerät und tritt per Code oder QR-Code bei. Jede Rolle bekommt ihren eigenen Bildschirm:
- Der Erklärer sieht die Karte auf seinem Handy und tippt auf „Erraten“ oder „Überspringen“. Der Wächter, der reihum aus dem nächsten Team bestimmt wird, sieht dieselbe Karte auf seinem eigenen Handy und kann als Einziger „Verboten“ markieren.
- Die Teamkollegen des Erklärers sehen nur, wer gerade erklärt, und eine Aufforderung, die Antwort laut zu rufen; die Gegner sehen Timer und Punktestand. Die Wörter des Zuges werden erst in der Zusammenfassung für alle sichtbar.
- Ihr braucht mindestens 4 Personen und 2 bis 4 ausgeglichene Teams: Kooperativ spielen geht nur auf einem einzelnen Handy. Gespielt wird nach Runden, mit 1 bis 5 Zügen pro Team.
- Der Host startet jeden Zug und kann ihn bei Bedarf auch vorzeitig beenden.
Wie ihr gut erklärt und mit Fouls umgeht
- Erst die verbotenen Wörter lesen, dann den Begriff. Wer weiß, was er nicht sagen darf, beginnt nicht mit dem falschen Satz.
- Mit Situationen und Gegensätzen arbeiten: „das Gegenteil von …“, „findest du in …“, „brauchst du, wenn …“ funktionieren besser als Synonyme, die oft genau unter den verbotenen Wörtern stehen.
- Früh überspringen. Zehn Sekunden an einer unmöglichen Karte kosten mehr als eine verlorene Karte.
- Zusammengesetzte Wörter zerlegen. Gerade im Deutschen hilft es oft, einen Teil des Begriffs zu umschreiben, solange dieser Teil nicht selbst auf der Karte verboten ist.
Die App hört nicht zu: Über Fouls entscheidet der Wächter. Gestritten wird fast immer über abgeleitete Formen („aufspannst“ für „aufspannen“, „regnet“ für „Regen“), über Wörter in anderen Sprachen, über Gesten und über Reime. Einigt euch vor dem Start, wie ihr damit umgeht. Meist gilt: Auch Wörter aus derselben Wortfamilie sind verboten. Während des Zuges entscheidet der Wächter, sofort und ohne Einspruch; Zweifelsfälle besprecht ihr nach dem Zug, nicht während die Uhr läuft.
Für welche Gruppen es am besten funktioniert
Das Spiel lebt vom Wortschatz: Ab etwa 10 Jahren halten Kinder mit den Erwachsenen mit. Am meisten Spaß macht es mit zwei Teams zu je 3 bis 5 Personen, denn so sind alle bei jedem Zug beteiligt, die einen beim Raten, die anderen beim Aufpassen. Bis zu 16 Personen verteilt ihr auf drei oder vier Teams.
Ideal ist es nach dem Essen, wenn die Runde Lust hat, laut zu werden (weitere Ideen unter Spiele für ein Abendessen mit Freunden). Wenn euch das Erklären mit Einschränkungen gefällt, probiert auch Pantomime, wo man gar nicht sprechen darf, oder Eingespieltes Trio, wo zwei Leute den Hinweis gemeinsam aufbauen, ein Wort nach dem anderen.