So läuft ein Zug im Schnelldurchgang
Pantomime ist keine klassische Scharade, bei der man in aller Ruhe einen einzigen Begriff vorspielt: Jeder Zug läuft auf Zeit, und wer darstellt, versucht, so viele Karten wie möglich erraten zu lassen, bevor die Zeit abgelaufen ist. Genau dieses Tempo unterscheidet das Spiel vom gemütlichen Begriffe-Vorspielen, das viele von Familienfesten kennen.
- Die App kündigt an, wer darstellt: Diese Person bekommt das Handy und hält es zu sich gedreht.
- Ihr tippt auf „Los!“: Der Timer startet, und die erste Karte erscheint, oben die Kategorie (Aktionen, Tiere, Berufe …), in der Mitte der Begriff. Die darstellende Person liest ihn, ohne ihn zu zeigen, und darf ab jetzt weder sprechen noch Geräusche machen.
- Alle anderen rufen so viele Antworten, wie sie wollen, ohne Reihenfolge und ohne Strafe für Fehler.
- Sobald jemand den richtigen Begriff sagt, tippt die darstellende Person den Treffer an: ein Punkt, und sofort erscheint die nächste Karte.
- Scheint eine Karte unmöglich, tippt sie auf „Überspringen“: kein Punkt, keine Strafe, aber die Zeit läuft weiter.
- Ist der Timer abgelaufen, endet der Zug von selbst. Die Zusammenfassung zeigt, wie viele Karten erraten und übersprungen wurden, mit der Liste der Begriffe.
Ohne Teams gehen die Punkte an die darstellende Person, und reihum stellen alle einmal dar. Im Teamspiel wechselt die darstellende Person innerhalb des Teams, und die Punkte gehen an das Team. Die Partie endet nach Runden (alle stellen gleich oft dar) oder nach Punkten: Erreicht dabei jemand das Ziel, spielt die App die laufende Runde noch zu Ende und kürt erst dann den Sieger.
Was ihr vor dem Start vorbereitet
Ihr braucht mindestens drei Personen, ein Handy und etwas freien Platz vor der darstellenden Person: kein Couchtisch dazwischen, keine Gläser in Armreichweite. Auf dem Gruppenbildschirm tragt ihr die Namen ein und wählt:
- Die Spielweise: „Alle“ (jede Person für sich) oder in Teams, 2 bis 4. Im Teamspiel braucht jedes Team mindestens zwei Personen.
- Die Dauer eines Zuges: 30, 60, 90 oder 120 Sekunden; voreingestellt sind 60.
- Das Ende der Partie: nach Runden, mit 1 bis 6 Zügen pro Person (voreingestellt 2), oder nach Punkten, mit einem Ziel von 5 bis 40 (voreingestellt 20).
- Paket: „Gemischt“ ist das voreingestellte Paket und zieht aus Aktionen, Tieren, Berufen, Gegenständen, Sport, Situationen und Gefühlen.
- Eine eigene Wortliste: selbst geschriebene Begriffe, praktisch für Kinder oder eine Mottoparty.
Ein praktischer Tipp: Klärt vor dem Start, ob „übliche“ Gesten erlaubt sind, etwa die Zahl der Wörter mit den Fingern anzuzeigen. Die App verbietet es nicht, aber es ist besser, wenn alle nach derselben Regel spielen.
Sechzig Sekunden mit Sophie: Protokoll eines Zuges
Sophie, Jonas, Lena, Felix und die kleine Mia spielen ohne Teams, 60 Sekunden pro Zug, Paket „Gemischt“. Sophie ist dran. Die Karten sind für das Beispiel erfunden.
- Erste Karte: Angeln (Situationen). Sophie setzt sich auf die Sofakante, wirft eine unsichtbare Angel aus und wartet. „Angeln!“, ruft Jonas nach wenigen Sekunden. Erraten.
- Zweite Karte: Luftballon aufblasen. Volle Backen, Hände, die eine immer größere Kugel formen. Mia kommt als Erste drauf. Erraten.
- Dritte Karte: Verkehrspolizist. Sophie pfeift ohne Ton, zeigt Halt an, dann Weiterfahren. „Polizist!“ „Schiedsrichter!“ Zwanzig Sekunden vor Schluss gibt sie auf und tippt auf „Überspringen“.
- Vierte Karte: Koch. Sie rührt in einem Topf und probiert von einem Kochlöffel. „Koch!“, sagt Lena, gerade noch rechtzeitig. Erraten.
- Der Timer läuft ab, während Sophie die fünfte Karte darstellt: Der Zug endet von selbst.
Die Zusammenfassung zeigt 3 erratene und 1 übersprungene Karte: Sophie bekommt 3 Punkte. Die Liste der Begriffe löst eine Diskussion darüber aus, wie man einen Verkehrspolizisten darstellt, dann geht das Handy an Jonas.
Ein Handy, das weitergereicht wird, oder ein Raum
Mit einem einzigen Handy hält es die darstellende Person zu sich gedreht und tippt die Ergebnisse selbst an: Sie ist die Einzige, die den Bildschirm sieht. Das Handy geht bei jedem Zug in andere Hände, und der Zug endet immer, wenn die Zeit abgelaufen ist.
In einem Raum legt der Host ihn an, und die anderen treten per Code oder QR-Code bei. Die Karte erscheint nur auf dem Handy der darstellenden Person, mit den Knöpfen für erraten und überspringen; alle anderen sehen auf ihrem Bildschirm den Timer, wer gerade darstellt und wie viele Karten erraten oder übersprungen wurden. Am Spiel selbst ändert sich wenig, aber niemand muss sein Handy aus der Hand geben.
- Der Zug beginnt, wenn die darstellende Person auf „Ich bin bereit.“ tippt oder der Host ihn startet.
- Der Host kann einen Zug vorzeitig beenden und schaltet zur nächsten darstellenden Person weiter.
- Im Raum spielt ihr ohne Teams: Die Punkte gehören immer der darstellenden Person. Die Zugdauern sind dieselben (30 bis 120 Sekunden), und das Punkteziel wählt ihr aus 5, 10, 15, 20, 30 und 40.
Kniffe, um besser darzustellen (und schneller zu raten)
Beim Darstellen
- Schaut zuerst auf die Kategorie, dann auf den Begriff: Bei einem Beruf stellt ihr das Werkzeug dar, bei einem Gefühl setzt ihr ganz auf das Gesicht.
- Nutzt den ganzen Körper und macht die Gesten groß: Eine schüchterne Bewegung vom Sofa aus versteht niemand.
- Kommt jemand der Lösung nahe, zeigt auf die Person und gebt ein Zeichen zum Weitermachen; liegt jemand völlig daneben, schüttelt den Kopf und wechselt die Taktik.
- Hängt nicht an einer Karte: Nach fünfzehn oder zwanzig Sekunden ohne Fortschritt bringt euch Überspringen mehr.
Beim Raten
- Sagt laut, was ihr seht, auch wenn es banal wirkt: „Topf! Rühren! Kochen!“ führt oft zum richtigen Begriff.
- Probiert naheliegende Varianten: Verb und Nomen, Synonyme, Einzahl und Mehrzahl. Bei deutschen Begriffen lohnt es sich, Wortteile zusammenzusetzen: Aus „Luft“ und „Ballon“ wird schnell „Luftballon“.
Die häufigsten Regelverstöße
- Geräusche machen: Miauen für „Katze“ oder ein echter Pfiff für „Verkehrspolizist“ sind nicht erlaubt.
- Buchstaben in die Luft schreiben oder den Begriff mit den Lippen formen.
- Auf einen echten Gegenstand im Zimmer zeigen, etwa auf das Handy oder einen Regenschirm, der in der Nähe steht.
Von Kindern bis zu Großeltern: für wen es passt
Pantomime gehört zu den Spielen, die man einer gemischten Gruppe am leichtesten vorschlagen kann: Zum Raten muss man weder gut lesen noch schwierige Wörter kennen, und zum Darstellen genügt es, wenn ein Erwachsener den Begriff denen zuflüstert, die noch nicht lesen. Mit Kindern ab 4 oder 5 Jahren klappt das Duo „Kind stellt dar, Erwachsener liest vor“ gut, mit Zügen von 90 oder 120 Sekunden. Ihr könnt auch in Teams spielen und dabei die Altersgruppen mischen, damit niemand abgehängt wird. Eine eigene Wortliste mit Tieren und Alltagshandlungen macht die ersten Partien leichter.
Ideal sind vier bis zehn Personen: Zu dritt geht es auch, aber mit mehr Stimmen kommen die Antworten schneller; bei mehr als zehn ist schwer auszumachen, wer richtig lag, und ihr wechselt besser zum Teamspiel. Perfekt ist es für Kindergeburtstage, Familienfeste und Abende, an denen sich die Gruppe bewegen will. Weitere Ideen findet ihr im Ratgeber zu Spielen ohne Material; wer lieber zeichnet als darstellt, greift zu Kritzelraten.