Vor dem ersten Dreh: Gruppe, Sätze und Preis der Vokale
Für Wörterrad braucht ihr 2 bis 10 Personen und ein Handy. Auf dem Startbildschirm tragt ihr die Namen aller Mitspielenden ein (die App schlägt die zuletzt verwendeten vor) und legt dann drei Einstellungen fest, die das Tempo des Abends deutlich prägen.
- Die Zahl der Sätze, die ihr lösen wollt: 1, 3, 5, 7 oder 10. Mit 3 Sätzen spielt ihr eine gute Viertelstunde; mit 10 wird die Partie zum Hauptgang des Abends.
- Kosten eines Vokals: 250, 500 oder 750 Euro (voreingestellt sind 500). Je teurer der Vokal, desto mehr lohnen sich Konsonanten und desto schwerer wird es, sich die Lösung zu erkaufen.
- Eigene Wortliste: Wenn ihr wollt, spielt ihr mit selbst geschriebenen Sätzen, jeder mit seiner eigenen Kategorie.
Die App merkt sich Gruppe, Zahl der Sätze und Vokalpreis der letzten Partie, beim zweiten Mal genügt also ein Tipp auf „Spiel starten“. Die Spielreihenfolge wird zufällig ausgelost: Niemand muss entscheiden, wer anfängt.
Das vollständige Regelwerk, Feld für Feld
Jeder Satz gehört zu einer Kategorie, die über der Anzeigetafel steht (Sprichwort, Redewendung, Kino, Küche, Reisen und viele mehr). Die Wörter erscheinen als leere Kästchen: Wortlängen und Leerzeichen sieht man sofort, die Buchstaben erst, wenn sie genannt werden.
Was auf dem Rad steht
Das Rad hat 12 Felder: zehn Geldbeträge (100, 150, 200, 250, zweimal 300, 400, 500, 750 und 1000 Euro), ein Aussetzen-Feld und ein Feld BANKROTT. Das Aussetzen-Feld gibt den Zug ohne weitere Folgen an die nächste Person ab. BANKROTT dagegen löscht sowohl das Guthaben des laufenden Satzes als auch die Bank, die ihr in den vorherigen Sätzen angespart habt: Diese Regel macht Wörterrad gnadenloser als das bekannte Glücksrad aus dem Fernsehen.
Die drei Möglichkeiten in eurem Zug
- Das Rad drehen. Landet es auf einem Geldbetrag, müsst ihr sofort einen noch nicht verwendeten Konsonanten nennen. Jedes Vorkommen im Satz bringt euch diesen Betrag: Ein N, das dreimal vorkommt, ist auf einem 400er-Feld 1.200 Euro wert. Ist der Konsonant dabei, seid ihr weiter am Zug; fehlt er, ist die nächste Person dran.
- Einen Vokal kaufen. Das geht nur vor dem Drehen und wird mit dem Guthaben des laufenden Satzes bezahlt (nicht mit der Bank). Der Vokal kostet auch dann, wenn er gar nicht vorkommt – in diesem Fall verliert ihr außerdem den Zug.
- Lösen. Auch das nur vor dem Drehen: Nach einem Dreh müsst ihr zuerst den gedrehten Betrag einlösen, indem ihr einen Konsonanten nennt. Es öffnet sich eine Lösungstafel, in die ihr nur die fehlenden Buchstaben eintippt; sie füllen die leeren Kästchen von links nach rechts. Eine falsche Lösung kostet den Zug, aber kein Geld.
Wenn alle Konsonanten genannt sind, wird das Rad gesperrt: Dann bleiben nur noch Vokale und das Lösen.
Bank, Spielende und Stechen
Nur wer den Satz löst, bringt sein Guthaben auf die Bank; die Guthaben aller anderen fallen auf null zurück. Den nächsten Satz eröffnet die Person, die nach dem Löser sitzt. Sind alle Sätze gespielt, gewinnt die reichste Bank. Bei Gleichstand gibt es einen Stechsatz nur für die Punktgleichen: Wer ihn zuerst löst, gewinnt.
Ein Satz von Anfang bis Ende: „EIN AUSFLUG INS MUSEUM“
Lena, Jonas und Mia spielen mit dem Vokal zu 500 Euro. Kategorie: Schule. Die Tafel zeigt vier Wörter mit 3, 7, 3 und 6 Buchstaben.
- Lena dreht 300 und nennt das N: zweimal, +600. Sie dreht noch einmal, 250, und nennt das S: dreimal, +750. Sie hat 1.350 Euro im Guthaben.
- Vor dem nächsten Dreh kauft sie für 500 das E, das zweimal vorkommt. Die Tafel zeigt E _ N _ _ S _ _ _ _ _ N S _ _ S E _ _. Ihr bleiben 850 Euro. Sie dreht wieder: Aussetzen.
- Jonas dreht 500 und nennt das R: nicht dabei, der Zug geht an Mia.
- Mia dreht 400 und nennt das M (zweimal, +800), dann 150 und das L (einmal, +150). Mit 950 Euro kauft sie das U, das sogar viermal vorkommt: Jetzt liest man E _ N _ U S _ L U _ _ N S M U S E U M.
- Mia riskiert keinen weiteren Dreh: Sie tippt auf „Lösen“ und gibt I, A, F, G, I ein. Satz gelöst: 450 Euro wandern auf ihre Bank, Lenas 850 fallen auf null. Den nächsten Satz eröffnet Lena, die nach Mia sitzt.
Ein Handy für den ganzen Tisch oder eines pro Person
Mit einem einzigen Handy legt ihr es in die Tischmitte oder reicht es an die Person weiter, die dran ist: Tafel und Rad sind für alle sichtbar, es gibt also nichts zu verbergen. Das ist die schnellste Variante, und sie funktioniert auch offline.
In einem Online-Raum erstellt eine Person den Raum, die anderen treten mit dem Code oder dem QR-Code bei. Rad, Tafel, Guthaben und Banken laufen synchron auf allen Handys: Wer dran ist, dreht und wählt die Buchstaben auf dem eigenen Bildschirm, und alle anderen sehen das Rad im selben Moment stehen bleiben. Sätze und Vokalpreis werden in der Lobby gewählt. Verliert jemand die Verbindung, wird sein Zug übersprungen, und er findet seinen Platz wieder, sobald er zurück ist. Das ist auch die richtige Lösung, wenn ihr auf Distanz spielt: Ein paar Ideen dazu findet ihr in Gemeinsam spielen auf Distanz.
Wann drehen, wann kaufen, wann lösen
- Die Konsonanten, die am meisten bringen. Im Deutschen sind N, S, R, T, D und H die häufigsten Konsonanten: Das sind die sichersten Tipps für die ersten Drehs. Buchstaben wie Q, X, J oder V hebt ihr euch besser auf, bis die Struktur des Satzes sie nahelegt.
- Achtet auf CH und SCH. Steht irgendwo ein C, folgt im Deutschen fast immer ein H, oft mit einem S davor. Wer das C gefunden hat, sollte das H gleich hinterherschicken.
- Rechnet nach, was ihr verlieren könnt. Jeder Dreh landet mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu zwölf auf BANKROTT, und hier nimmt der Bankrott auch die Bank mit. Wer mit einer gut gefüllten Bank vorn liegt, sollte so wenig wie möglich drehen und lösen, sobald es geht.
- Der Vokal ist ein Zug ohne Rad. Ein E oder ein A zu kaufen setzt euch keinem Bankrott aus. Das E ist im Deutschen der mit Abstand häufigste Buchstabe: Wenn das Guthaben reicht, ist es oft besser als ein weiterer Dreh.
- Auch mit leerem Guthaben lösen. Einen Satz mit null Euro zu schließen, wirkt sinnlos, setzt aber die Guthaben der Gegner auf null: Hat Jonas 2.000 Euro im laufenden Guthaben und ihr kennt die Antwort, nimmt ihm eure Lösung alles.
Der häufigste Fehler: noch einmal drehen, um „Kasse zu machen“, obwohl der Satz längst klar ist. Ein Aussetzen-Feld schenkt die Lösung dem Nachbarn, ein BANKROTT setzt euren ganzen Kontostand auf null. Ebenfalls häufig: mit knappem Guthaben Vokale kaufen und dann ohne Geld dastehen, gerade wenn sich der Satz öffnet.
Für welchen Abend Wörterrad das Richtige ist
Das Spiel funktioniert gut ab etwa 9–10 Jahren, also sobald man sicher liest und ein bisschen mit Sprichwörtern und Redewendungen vertraut ist; Jüngere können unter einem gemeinsamen Namen mit einem Erwachsenen ein Team bilden. Ideal ist eine Gruppe von 3 bis 6 Personen: Mit 10 Leuten wartet jede Person lange auf ihren Zug; wählt dann lieber wenige Sätze. Perfekt ist es nach dem Essen, wenn die Runde Lust hat, bei jedem Dreh mitzufiebern und mitzureden. Sucht ihr ein ruhigeres, kooperatives Buchstabenspiel, probiert Wortblume; weitere Anregungen gibt es in Spiele für ein Abendessen mit Freunden.